Bücher

Blaue Stunden

Lyrische Momente

Coverfoto »Blue hour in Havana«: Martin Schmidt Fotografie, www.schmaidt.de

Mit Blaue Stunden tritt Uwe Detemple den Beweis an, dass auch in moderner Form ein erhebender Kern stecken kann. Das Unmögliche, das Absurde wird Wirklichkeit und glänzt in wunderbaren sprachlichen Bildern. Vergänglichkeit und Hoffnung verdichten sich, alles Trennende ist aufgehoben. Die blaue Stunde ist eine Zeit des Umbruchs, des Übergangs. Es ist die Zeit der Dämmerung zwischen Sonnenuntergang und nächtlicher Dunkelheit. Augenblicke, die jedoch in ihrem Vollzug bereits Erinnerung sind. Die blaue Stunde ist aber auch die Zeit kurz vor Sonnenaufgang, in der ein zaghafter Optimismus gerechtfertigt scheint. Doch diese Minuten können nicht beliebig verlängert werden und am Ende bleibt nur die Erkenntnis: Eine Vergangenheit zu haben ist für das Überleben Grund genug. Die Stunden wandern, Träume vergehen, und auf die letzte Frage, ob es noch einen Weg zurück gibt, keine Antwort mehr, nur Schweigen…

Uwe Detemple ist ein entwurzelter, aber integrierter Poet, ein Reisender auf der Suche nach Landschaften der Seele. Beeinflusst durch die magische Tristesse des poetischen Werks George Bacovias (1881-1957) charakterisieren Detemples neueste Gedichte zunehmend eine gewisse Fatalität, die von Anfang an als solche akzeptiert wird, aber dennoch dünne Strahlen von Optimismus zulässt. Diese lyrischen Spaziergänge durch die Zeit werden zu Begegnungen zwischen Wirklichkeit und Möglichkeit.

Coverfoto: Martin Schmidt Fotografie

Uwe Detemple: Blaue Stunden. Lyrische Momente. BoD, Norderstedt 2015, Paperback, 40 Seiten; 4,95 €.  ››› Jetzt kaufen

Blaue Stunden. Lyrische Momente


Banater in Südostrumänien 1951-1956

Sterbefälle im Baragan

Detemple Baragan

1951 verfügte das rumänische Innenministerium die Umsiedlung »gefährlicher Elemente« aus einer 25 km breiten Zone entlang der Grenze zu Jugoslawien. 12 791 Familien mit 40 320 Personen wurden in die Bărăgan-Ebene im Südosten Rumäniens deportiert. Nach Aufhebung des Zwangsaufenthaltes 1955/56 kehrten die meisten Familien in ihre Dörfer in der Grenzregion zurück. Im Bărăgan verblieben nicht nur ihre Häuser und Felder, sondern auch ihre Toten…

Das vom Arbeitskreis donauschwäbischer Familienforscher herausgegebene Werk dokumentiert über 1000 Sterbefälle von Banatern aus 121 Ortschaften des Banats, unabhängig von ihrer ethnischen Zugehörigkeit. Erstmals konnte dabei auf Daten aus den rumänischen Standesamtsregistern, die von Mitarbeitern des Internationalen Zentrums für Kommunismus-Studien ausgewertet wurden, zurückgegriffen werden. Die Forschungsergebnisse sind für Nachkommen und Familienforscher von Interesse, denn vielfach können damit Ergänzungen und Korrekturen in genealogischen Veröffentlichungen vorgenommen werden. Aufgenommen wurden alle im Bărăgan Verstorbenen, die im Kreis Temesch geboren wurden; berücksichtigt wurden  aber auch Ortschaften aus den Kreisen Arad und Karasch-Severin sowie aus dem serbischen und ungarischen Banat. Jenseits aller Daten ist die Dokumentation auch ein wichtiger Beitrag im Bestreben, den Toten zu ihrem Recht auf Erinnerung zu verhelfen.

Uwe Detemple: Banater in Südostrumänien 1951-1956. Sterbefälle im Baragan. Schriftenreihe zur donauschwäbischen Herkunftsforschung Bd. 173, Hrsg. Arbeitskreis donauschwäbischer Familienforscher (AKdFF). BoD, Norderstedt 2012, Paperback, 92 Seiten; 12,00 €.  ››› Jetzt kaufen

Banater in Südostrumänien 1951-1956. Sterbefälle im Baragan


Mein Rumänien

Revolution & Poesie

Coverfoto »Temeswar, Dezember 1989«: Balázs Pataki

Mit seinen bewegenden Texten zu den Revolutionstagen, als Ceauşescu gestürzt wurde, setzt der Autor den Märtyrern im Kampf für die Freiheit Rumäniens ein Denkmal. »Die Wiedergabe von damaligen Tagebucheinträgen und Briefen wechselt mit kenntnisreichen Rückblicken auf die spannungsgeladenen Dezembertage des Jahres 1989 in Temeswar, als der wankende Diktator seinen Geheimdienst und die Armee auf Demonstranten schießen ließ« (Münchner Merkur). Detemple schildert die Revolution nicht aus der Rückschau; es gelingt ihm, das dramatische Geschehen zu vergegenwärtigen und die Atmosphäre des Dezember 1989 wieder lebendig zu machen. Das Buch ist ein Preislied auf die Revolution und die Würde Rumäniens, bezieht aber auch klar Stellung gegen die konterrevolutionäre »Opposition der Straße« verspäteter »Antikommunisten«.

Wie aus dem bibliographischen Anhang hervorgeht, hat sich der Autor gut dokumentiert. Er hat Arbeiten im Hinblick auf die Revolution in Deutsch, Rumänisch und Französisch gelesen, es werden aber nicht nur veröffentlichte Artikel, sondern auch Augenzeugenberichte, die sich im Besitz des Autors befinden, verarbeitet. Der Verlauf der Revolution wird, versehen mit einem großen élan d’âme, authentisch und gut nachvollziehbar dargestellt, ohne die wissenschaftlichen Methoden der Verortung der Aussagen und Wertungen zu umgehen. Während der ersten freien Wahlen im Mai 1990 war Detemple als Korrespondent für zwei deutsche Zeitungen in Rumänien.

Uwe Detemple: Mein Rumänien. Revolution & Poesie. BoD, Norderstedt 2008, Paperback, 160 Seiten; 14,90 €.  ››› Jetzt kaufen

Mein Rumänien. Revolution & Poesie

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